Veröffentlicht am 06.11.2018 von BSH Hausgeräte

Arbeitsteilung: Der frischgebackene Vater Johan Tufvander über seinen Vaterschaftsurlaub

Eine Beziehung zu einem Neugeborenen in den ersten Lebensmonaten aufzubauen, ist eine einmalige Gelegenheit für alle jungen Eltern. Die BSH ist der Meinung, dass beide Elternteile die Möglichkeit haben sollten, diese kostbaren ersten Monate mit ihrem Kind zu verbringen und all die ersten Male zu erleben: die ersten Schritte, den ersten Zahn, die ersten Worte.

Wenn es um Elternzeit geht, sind es häufig die Mütter, die diese in Anspruch nehmen. Es existieren darüber hinaus aber auch Konzepte für beide Elternteile, die ihnen helfen, ihre neuen elterlichen Pflichten gemeinsam wahrzunehmen. Johan Tufvander ist erst kürzlich Vater geworden und dafür ein gutes Beispiel. Er arbeitet als Online D2C (Direct to Consumer) Shop Manager in Schweden und nahm vor Kurzem zehn Monate Elternzeit, um sich um seine kleine Tochter Molly zu kümmern.

Elternzeit in Schweden

Schweden ist bereits ein Sonderfall, denn es verfügt über eine Elternzeitregelung, die zu den großzügigsten der Welt zählt. Das skandinavische Land bietet den Eltern unglaubliche 16 Monate oder 480 Tage Elternzeit mit 80 Prozent des normalen Gehalts. Die Elternzeit kann, bis das Kind acht Jahre alt wird, entweder von der Mutter oder dem Vater genommen werden. 18 Wochen sind für Mütter reserviert, aber das Besondere an dieser Regelung ist, dass die „Papa-Tage“ so stark im Fokus stehen – 90 Tage, die exklusiv für Väter reserviert sind. Daher ist es für schwedische Väter ziemlich normal, fünf oder sechs Monate Elternzeit zu nehmen. Darüber hinaus plant Schweden zur Verbesserung der Geschlechtergleichstellung und Aufteilung der Elternpflichten zwischen beiden Elternteilen, die gesetzlich geforderte Elternzeit Väter von 2 auf 3 Monate zu erhöhen, denn die 90 “Papa-Tage” sind bisher nur ein Angebot aber kein Muss.

Arbeitsteilung

Tufvander wusste bereits vor der Geburt seiner Tochter, dass er den Vaterschaftsurlaub nehmen wollte, war sich jedoch nicht sicher, wie lange er nicht arbeiten sollte. Nach Gesprächen entschied er gemeinsam mit seiner Frau, die Elternzeit so aufzuteilen, dass fast über die gesamten ersten zwei Lebensjahre von Molly ein Elternteil bei ihr sein konnte. Nach dieser Zeit war ein Platz in einer Kinderbetreuungseinrichtung garantiert.

Tufvanders Vorgesetzte, Maja Wikman Ulrich, bestärkte ihn schließlich, die kompletten zehn Monate zu nehmen. Sie meint: „Ich habe ihn definitiv dazu ermutigt. Für mich als Vorgesetzte ist es viel einfacher, eine Vertretung für fast ein Jahr zu finden als für ein oder zwei Monate.“ Sie fügt noch hinzu: „Es ist jedoch nicht nur ein betrieblicher Vorteil für das Unternehmen, weil es einfacher ist, eine Vertretung für einen längeren Zeitraum zu finden. Wenn junge Eltern viel Zeit mit ihren Babys verbringen, kommen sie sehr häufig effizienter und energiegeladener zum Arbeitsplatz zurück. Dies ist für alle Seiten ein Gewinn – für das Unternehmen, die Eltern und für das Kind.“

Also nahm Tufvanders Frau das erste Jahr Elternzeit und kümmerte sich um Molly, als sie im Säuglingsalter war. Dann kehrte sie an den Arbeitsplatz zurück, und Johan nahm die nächsten zehn Monate von Dezember 2015 bis August 2016 Vaterschaftsurlaub, um sich um Molly zu kümmern. Es gab zwar keine Überschneidung, aber auf diese Weise konnten sowohl Mollys Mutter als auch ihr Vater auf ihre eigene Weise und in ihrer eigenen Zeit eine Bindung zu ihr aufbauen.

„Es war großartig, sie wachsen zu sehen und diese Zeit mit ihr zu verbringen. Diese Zeit kommt schließlich auch nicht zurück“, erklärt Tufvander. Da er nun selbst gemerkt hat, wie wichtig die Elternzeit für ihn war, ermuntert er alle Eltern, sich diese Zeit zu nehmen, wenn und wann es für sie möglich ist.

Zurück zur Arbeit

Jetzt hat Molly einen Platz in einer Kinderbetreuungseinrichtung und sowohl Tufvander als auch seine Frau arbeiten wieder in Vollzeit. Die Rückkehr nach zehn Monaten, in denen die Eltern zu Hause Windeln gewechselt, Babynahrung aufgewärmt und dem Babygebrabbel zugehört haben, kann eine Herausforderung sein. Johan meint jedoch, ihm sei die Rückkehr an den Arbeitsplatz relativ leicht gefallen. Er führt das auf die Tatsache zurück, dass er über die gesamten zehn Monate Kontakt zu seinen Kollegen halten konnte. Zwei Monate vor seiner Rückkehr intensivierte er die Kommunikation mit seinem Team, sodass er bei allem auf dem Laufenden war und sich einfach wieder in seine tägliche Arbeitsroutine einfügen konnte. Zusammenfassend sagt er: „Wenn Sie die Möglichkeit haben, sollten Sie die Elternzeit auf jeden Fall in Anspruch nehmen.“