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So eine coole Socke! Wie unser „Little Foot“ beim CO2 sparen hilft

So eine coole Socke! Wie unser „Little Foot“ beim CO2 sparen hilft

Lesezeit für diesen Artikel: 8 Minuten

Auf der Suche nach Möglichkeiten, den CO2-Fußabdruck zu reduzieren? Wir auch. Gefunden? Wir schon. Bei unserer neuen Bosch Kühl-Gefrier-Kombi, die auf der IFA 2022 vorgestellten EcoFridge, haben wir den aus den Materialien resultierenden CO2-Fußabdruck um ein Drittel reduziert. Warum das so eine große Sache ist und wie wir das geschafft haben, erklären uns die Personen hinter dem Produkt im Interview.

Weniger schädliche Emissionen, weniger Verschwendung von Ressourcen und mehr Klimaschutz. Das ist bei der Entwicklung von Kühlgeräten schon immer unser Leitgedanke gewesen. Deshalb haben wir im Jahr 1993 auch als erster Hausgerätehersteller weltweit FCKW- und FKW-freie Kühlgeräte produziert. Deshalb verfügen unsere Kühlschränke über Schubladen mit Feuchtigkeitsregulierung, die Lebensmittel länger frisch und knackig halten. Und deshalb präsentieren wir nun unsere neue Bosch Kühl-Gefrier-Kombi mit einem um 33 Prozent reduzierten Material-CO2-Fußabdruck. Die ist so cool, dass sie einen eigenen Artikel verdient.

Was unsere, intern liebevoll „Little Foot“ genannte, Kühl-Gefrier-Kombi so einzigartig macht und was das mit den Nachhaltigkeitszielen der BSH zu tun hat, erklären uns Andreas Kleiner und Tina Rönnberg im Interview. Andreas hat entscheidend die Entwicklung vorangetrieben, während Tina vor allem für das Stakeholder-Management verantwortlich war.

Andreas, du hast maßgeblich an der Entstehung von Little Foot gearbeitet. Wie ist denn überhaupt die Idee entstanden, ein Kühlgerät mit reduziertem CO2-Fußabdruck zu entwickeln? 

Andreas: Die Idee dazu gab es schon 2016, als wir uns mit biobasierten, also erdölfreien Kunststoffen beschäftigt hatten. Damals war die Materialauswahl noch sehr übersichtlich, und der Handlungsbedarf wurde intern als auch bei den Konsument:innen noch nicht ausreichend wahrgenommen. Mit den ambitionierten Nachhaltigkeitszielen der BSH sahen wir letztes Jahr die Chance, das Thema wieder aufzugreifen und einen nächsten Anlauf für ein Öko-Kühlgerät zu starten. Das Thema CO2-Reduzierung ist präsent und dringend notwendig für den Klimaschutz, sodass wir hier zuerst ansetzen wollten.

Und wer musste alles überzeugt werden, bzw. was war die größte Herausforderung, um loszulegen? 

Andreas: Die BSH ist derzeit in einem schwierigen Umfeld unterwegs. Einerseits ist die Verfügbarkeit von Bauteilen ein Thema. Andererseits stellen insbesondere bei Kühlprodukten gestiegene Materialpreise eine Herausforderung dar. Ein besonders nachhaltiges Gerät auf den Markt zu bringen, zu einem höheren Preis als ein Standardgerät, ist durchaus mit einem Risiko verbunden. 

Daher freut es uns umso mehr, dass alle Beteiligten, von Fabrikplanung bis Marketing, überzeugt werden konnten, dieses Risiko einzugehen und die nötigen Ressourcen einzubringen.

Tina: Als wir zum ersten Mal von Little Foot gehört haben, waren wir aus zwei Gründen sofort überzeugt: Zum einen zahlt das Konzept zu 100 Prozent auf unsere markenprägenden Innovationsfelder Nachhaltigkeit und Sicherheit ein. Zum anderen gibt uns unsere Zielgruppe beim Thema Nachhaltigkeit den klaren Auftrag, genau solche Innovationen – also ein niedriger Stromverbrauch gepaart mit einem niedrigen CO2-Fußabdruck- zu verfolgen, umzusetzen und zu unterstützen. 

So wurde aus Little Foot dank unserer Treiberrolle für nachhaltige Produkte ein echtes Bosch „Schnellboot“. Es war eine große Freude zu sehen, wie positiv die Stakeholder das Thema aufgegriffen und zu ihrer Sache gemacht haben. Dank des internen Engagements wurden klassische Prozesse beschleunigt und Dinge ermöglicht, die sonst mitunter Jahre dauern. Von der spontanen Zusage einer IFA-Platzierung bis zur Verkündung einer konkreten Markteinführung vergingen nur vier Monate. Die Zahnräder der BSH haben perfekt ineinandergegriffen.

Was genau macht den Little Foot so besonders?  

Andreas: Der Little Foot ist, über den gesamten Lebenszyklus gesehen, in seiner Klasse das Gerät mit dem geringsten CO2-Fußabdruck und in dieser Kombination bisher einzigartig auf dem Markt. Berechnungsgrundlage ist dabei die Summe aus Stromverbrauch und Materialeinsatz. Erstmals werden bio-basierte und auch stark CO2-reduzierte oder sogar CO2-neutrale Materialien eingesetzt. Dadurch konnten wir den Fußabdruck des Materials in Summe um 33 Prozent reduzieren, von 300 kg auf 200 kg CO2-Äquivalent. Zudem ist das Gerät sehr sparsam, mit fast 40 Prozent weniger Stromverbrauch als der Durchschnitt unserer aktuellen Standgeräte in Europa. Nicht zu vergessen: Die Energieeffizienzklasse B ist zwei Klassen höher als die bis 2021 höchste Klasse A+++ und damit sehr anspruchsvoll.

Besonders wichtig ist uns, dass diese Maßnahmen transparent und nachvollziehbar sind. Alle CO2-Einsparungen werden ohne Kompensation erreicht, sondern mit realen Prozess- und Rohstoffänderungen, beispielsweise mittels neuester Hochofentechnik in der Stahlproduktion. Zudem verwenden wir bei den bio-basierten Materialien nur Rohstoffe der sogenannten 2. Generation, also Bioabfälle oder gebrauchte Speiseöle (UCO: used cooking oil). All diese Maßnahmen sind extern geprüft, um als Vorreiter mit höchsten Standards voranzugehen.

Tina: Für die Marke Bosch ist das Kühlgerät deshalb so besonders, da es in hohem Maße unsere Markenwerte widerspiegelt und unsere Nachhaltigkeitsstrategie unterstreicht. Nachhaltigkeit ist für uns ein Prinzip des verantwortungsvollen Handelns. Das bedeutet für uns, dass wir ressourcenschonende Geräte aus umweltfreundlichen Materialien von hoher Qualität und Langlebigkeit entwickeln wollen. Auf diese Weise wollen wir unsere Zielgruppe durch überzeugende Angebote bei einem verantwortungsvollen Lebensstil unterstützen. Konsumentinnen und Konsumenten können sich dann für das individuell sinnvollste Angebot entscheiden. Der Little Foot und die Marke Bosch sind, wenn man so will, eine perfekte Kombination.

Inwiefern hängt das mit den Nachhaltigkeitszielen der BSH zusammen, Tina?

Tina: Die Ziele der Marke Bosch decken sich natürlich mit den Zielen der BSH. Die umweltfreundlicheren Materialen die wir beim Little Foot verwenden, sind Teil der BSH Material- und Substanzstrategie. Diese beinhaltet, dass bis 2030 50 Prozent des Materials in unseren Produkten recycelt sein soll. Und gerade im Bereich Kühlen ist das eine echte Herausforderung, da viele Bauteile in Kontakt mit Lebensmitteln kommen.

Ein weiteres Ziel der BSH ist es, 15 Prozent der sogenannten Scope 3 Emissionen einzusparen – beispielsweise beim Materialfußabdruck unserer Lieferanten, beim Transport und in der Nutzungsphase unserer Geräte. Und auch bei diesem Ziel geht der Little Foot mit großen Schritten vorweg. 

Alles in allem ergibt sich aus der Kombination aus umweltfreundlicheren Materialien mit 33 Prozent geringerem CO2-Fußabdruck und hoher Energieeffizienz ein Vorzeigegerät, das schon jetzt die BSH-Zielvorgaben für 2030 erfüllt.

Andreas, welche Bauteile im Kühlgerät sind aus neuem bzw. wiederverwertetem Material gefertigt? Und kann man das sehen oder fühlen?

Andreas: Wir haben uns einige der Bauteile mit hohem CO2-Einfluss vorgenommen. So haben die Seitenwände und weitere Bleche aus Stahl einen 70 Prozent geringeren CO2-Fußabdruck und die Edelstahl-Türen haben einen besonders hohen Recyclinganteil. 

Bei den Kunststoffen sind sowohl die maßgebliche Komponente des Isolationsschaums als auch die gesamte Innenausstattung wie Schalen und Türabsteller aus biobasierten Rohstoffen und gleichzeitig CO2-neutral hergestellt worden. 

Diese Änderungen kann man nicht sehen oder fühlen, doch genau das ist beabsichtigt. Wir wollen unseren Konsument:innen auch mit Recyclingmaterialien dieselbe hohe Qualität und Zuverlässigkeit bieten. Einzig das grüne Netzkabel ist ein klar sichtbares Merkmal des Little Foot.

Wie wirkt sich das wiederverwertete Material mit dem geringeren CO2-Fußabdruck auf die Kosten aus, Tina? 

Tina: Als Indikator für die Kosten kann man sich recht gut an dem baugleichen Modell KGN39VXBT orientieren. Dieses Modell ist sozusagen das Zwillingsgerät: Es hat dieselbe Energieeffizienzklasse, wird aber ohne CO2-reduziertes, CO2-neutrales und bio-basiertes Material hergestellt. Vergleichsberechnungen haben ergeben, dass der Little Foot ca. 10 Prozent teurer sein wird. 

Die BSH entwickelt extrem sparsame Kühlgeräte mit Energieeffizienzklasse A, die Konsumentinnen und Konsumenten zu Hause beim Strom- und somit auch beim Sparen von CO2-Emissionen helfen. Der Little Foot hat Energieeffizienzklasse B, kommt dafür aber mit einem geringeren CO2-Fußabdruck, der aus seinen Materialien resultiert. Was empfiehlst du Konsumenten, Tina? 

Tina: Es gibt viele individuellen Faktoren welche eine Kaufentscheidung beeinflussen. Und auch wenn ich gerne eine einfache Antwort geben wollte – in diesem Fall fällt eine Empfehlung schwer. Beide Geräte haben ihre Berechtigung und tragen zu einem nachhaltigeren Lebensstil bei. 

Steht die Reduzierung der Stromkosten im Vordergrund, kann ein Gerät mit Energieeffizienzklasse A die richtige Wahl sein. Hierbei rechnet sich das Investment in den Kühlschrank, auch aus nachhaltiger Perspektive, über die Länge der Nutzungsdauer. Doch wie relevant ist dieses Argument, wenn der Konsument bereits eine eigene Photovoltaikanlage auf dem Dach oder Zugang zu anderen nachhaltigen Stromquellen hat? Dann ist wahrscheinlich der Little Foot mit seiner immer noch guten Energieeffizienzklasse B die ökonomisch und ökologisch bessere Wahl. Wenn die Stromkosten ein eher nachgelagertes Thema sind, überzeugt dieses Konzept schon beim Kauf durch die modifizierten „inneren Werte“, sprich den niedrigeren CO2-Fußabdruck.  

Je nach individueller Lebenssituation bietet Bosch seinen Konsumenten nachhaltige Optionen. Und es werden mittelfristig hoffentlich immer mehr!           

Was habt ihr als nächstes geplant?

Andreas: Der Little Foot ist der erste Schritt, um auch bei anderen Produktfamilien Nachhaltigkeitsaspekte stärker in den Fokus zu stellen. Einige der neuen Materialien wollen wir in weiteren Gerätereihen umsetzen, um nach und nach das gesamte Sortiment nachhaltiger zu gestalten. Zudem gibt es weiteres Potential beispielsweise bei Kältetechnik oder Elektronik, die mehr Zeit in der Umsetzung benötigen und daher in den weiteren Jahren folgen werden.

Tina: Neben den Kühlgeräten beobachte ich gerade einen gewissen Abstrahleffekt auf andere Produktfamilien. Sowohl der Bereich Wäschepflege als auch Geschirrspülen zeigt sich offen für den von uns gewählten Ansatz. Aktuell prüfen wir, ob und wie man das Konzept des Little Foot beispielsweise auf eine Öko-Waschmaschine und/oder eine Öko-Spülmaschine übertragen könnte. 

Und wer weiß, vielleicht können Konsument:innen ja bald ihre komplette Küche mit Öko-Produkten ausstatten? Wir werden diesen Ansatz in jedem Falle weiterverfolgen!

 

Liebe Tina, lieber Andreas, Danke für das Gespräch! 

  

Die neue Kühl-Gefrier-Kombination ist ab Mai 2023 in Deutschland erhältlich. Damit haben Konsument:innen bei einem BSH-Kühlgerät zum ersten Mal die Möglichkeit, ihren individuellen CO2-Fußabdruck schon bei der Kaufentscheidung zu verbessern. Gleichzeitig sorgt die gute Energieeffizienz für Stromsparmöglichkeiten im Haushalt. Der Little Foot zahlt damit auf gleich mehrere Nachhaltigkeitsziele der BSH ein: Einerseits will die BSH bis 2030 die Hälfte der Materialien in den Produkten aus Rezyklat gewinnen. Andererseits wollen wir trotz des angestrebten Umsatzwachstums bis 2030 15 Prozent der indirekten CO2-Emissionen beim Bezug von Material durch unsere Lieferanten sowie durch eine höhere Geräteeffizienz in der Nutzungsphase vermeiden.

 
 

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