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Auf dem Fahrrad sechs Monate durch den Mittleren Osten

Auf dem Fahrrad sechs Monate durch den Mittleren Osten

Lesezeit: 7 Minuten

Die Welt zu bereisen klingt schon spannend und interessant genug, aber Luca Holzhauser, Projektleiter (Produktfamilie Kühlen, Entwicklung) in Giengen an der Brenz, Deutschland, ging noch einen Schritt weiter. Er nutzte die Möglichkeit, ein Sabbatical zu machen und fuhr mit dem Fahrrad durch den schönen Mittleren Osten. Heute teilt er seine Motivation für das Sabbatical und wie er den Prozess von der Planung der Reise bis zur Rückkehr erlebt hat.

1.    Luca, was ist deine aktuelle Position bei der BSH?

Innerhalb unseres globalen Entwicklungsnetzwerks arbeite ich daran, Kühlschränke kostengünstiger zu machen. Ich leite Projekte, die die Material- und Fertigungskosten von Kühlschränken senken. Dazu gehört die Koordination der Serieneinführungen neuer Technologien sowie die Optimierung von Komponentendesigns, welche die Automatisierung der Produktion in unseren Werken ermöglicht.

2.    Weshalb hast du dich für ein Sabbatical entschieden?

Vor acht Jahren bin ich sechs Monate per Anhalter durch Südamerika gereist. Ich hatte eine tolle Zeit, habe Spanisch gelernt und viel Lebenserfahrung gesammelt. Auch entwickelte ich ein Lebensgefühl, dass alles möglich ist! Deshalb entschied ich mich, nach meinem Bachelor in Makroökonomie einen Master in Maschinenbau zu absolvieren. Zum Glück hat das sehr gut geklappt und mich schließlich in die Entwicklung von Kühlschränken gebracht, was mir unheimlich Spaß macht. Mir war immer klar, dass ich in einem Sabbatical nochmal eine ähnliche Erfahrung machen möchte. Letztes Jahr war für mich ein super Zeitpunkt dafür – trotz der Covid-19 Pandemie.

3.    Wie sah die Organisation des Sabbaticals von der ersten Idee bis zur Umsetzung aus? War es schwieriger, einfacher oder ganz anders, als du es dir vorgestellt hast? 

Es war einfacher als erwartet. Eine Woche nachdem mir klar war, dass es der richtige Zeitpunkt für ein neues Abenteuer ist, fragte ich meine Führungskräfte, ob sie mich dabei unterstützen. Verständlicherweise bedeutete mein Wunsch einige Umstellungen für das Team. Dennoch haben sie mich voll unterstützt. Schon zwei Wochen später war alles fix und offiziell im System. Ich bin wirklich sehr dankbar für diesen reibungslosen Ablauf und die Unterstützung durch mein Team und die BSH.

4.    Wann hast du dein Sabbatical genommen und was hast du während dieser Zeit erlebt?

Von Oktober 2021 bis April 2022 nahm ich mein Fahrrad und fuhr durch den Mittleren Osten. Ich flog nach Kappadokien in der Türkei und radelte von dort aus durch den Südosten der Türkei, Jordanien, Saudi-Arabien, Ägypten und den Iran. Neben den überraschend abwechslungsreichen Landschaften haben mich die vielen, vielen Menschen, die ich jeden Tag entlang der Strecke traf, am meisten begeistert. Die Neugier, die Offenheit und Gastfreundlichkeit der Menschen ging weit über das hinaus, was ich auf früheren Reisen erlebte. Einheimische kennenzulernen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und kleine Ausflüge mit ihnen zu unternehmen oder einfach an ihrem Alltag teilzuhaben, machte meine Tage immer wieder besonders, überraschend und lustig. 

Auf Arab News erschien auch ein Artikel mit Video über meine Reise. Noch eindrücklicher sind die Fotos von den Menschen und Orten auf meiner Homepage.

 

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© Fotos – Luca Holzhauser

Im Allgemeinen war das Faszinierendste, den aktuellen kulturellen Wandel in Saudi-Arabien zu erleben. Abgesehen von den typischen Headlines wusste ich vorher nicht viel über das Land. Daher war es unglaublich zu sehen, mit welcher Geschwindigkeit dort alte Gesetze und Überzeugungen neu gedacht werden. Das Ziel ist es, sich ähnlich wie Dubai von einem geschlossenen Land, das von Öleinnahmen lebt, in einen neuen, fortschrittlicheren regionalen Hub zu entwickeln. Die Auswirkungen dieser Veränderungen auf die Gesellschaft sind enorm! Ich habe viel Begeisterung gespürt, vor allem bei den aufgeschlossen und jüngeren Saudis.

5.    Was hast du aus dem Sabbatical mitgenommen? Gibt es bestimmte Erkenntnisse, die du mit uns teilen möchtest?

Ich konnte in einer neuen Kultur viele schöne und aufregende Erfahrungen sammeln, entwickelte mich als Fotograf weiter und habe gelernt, Arabisch zu lesen und zu sprechen. Vor Allem aber nehme ich mit, dass der größte Teil des Mittleren Ostens ein friedlicher, atemberaubender Ort mit klugen und freundlichen Menschen ist. Ich habe ihnen vertraut und sie mir. Diese Offenheit und mein sich stetig verbesserndes Arabisch haben zu wunderbaren Begegnungen geführt. Der herzliche Umgang miteinander und ihre Freude und Leichtigkeit, auch in schwierigen Situationen, haben mich beeindruckt. 

Darüber hinaus habe ich aufgrund der Unsicherheiten mit den Covid-19 Vorschriften meine Reiseroute nicht groß geplant, sondern bin einfach los, als es an der Zeit war. Diese Herangehensweise hat sehr gut funktioniert. Zurück bei BSH gibt mir das das Selbstvertrauen, ähnlich unklare Projekte einfach anzugehen und die Herausforderungen auf dem Weg zu lösen.

6.    Hattest du Angst, dass es nach dem Sabbatical schwierig werden könnte, dich wieder einzugewöhnen? Wie war es in Wirklichkeit?

Nein, hatte ich nicht. Ich wusste, dass ich nach meiner Rückkehr andere Projekte übernehmen würde. Das ist wie geplant passiert und bis auf einige (gut nachvollziehbare :) ) Witze über meinen „langen Urlaub“ erlebe ich keine Schwierigkeiten oder Nachteile. Ganz im Gegenteil: Zwei Monate nach meiner Rückkehr erhielt ich von unserem Entwicklungsleiter die Aufgabe, ein für uns sehr wichtiges und prestigeträchtiges Projekt zu leiten. Das zeigt die Wertschätzung für meine Arbeit in den letzten Jahren – trotz der kleinen Pause.

7.    Was würdest du anderen raten, die auch über ein Sabbatical nachdenken?

Überlege, warum du ein Sabbatical machen möchtest, überprüfe die lokalen Bestimmungen, überzeuge deine Führungskräfte, dass du durch diese Erfahrung als Person wachsen wirst und so das Unternehmen auch davon profitiert und dann… tu es :)

 

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© Fotos – Luca Holzhauser

 

8.    Die Fotos auf deiner Homepage sind beeindruckend. Willst du sie auch einem größeren Publikum zeigen?

Die Fotografie hat mir schon immer viel Spaß gemacht. Seit ein paar Jahren ist es ein Traum, meine Bilder irgendwann in einer Ausstellung zu zeigen. Aktuell wähle ich Fotos der Menschen, die ich während meines Sabbaticals fotografiert habe, für meine Serie Vertrauen. Begegnungen aus. Durch diese Serie möchte ich erreichen, dass der Betrachter die Vielfalt, Wärme und Freundlichkeit der Menschen im Mittleren Osten erlebt.

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